Mayas erste längere Reise

12 Tage, 4 Orte, 3h Flug und 60h Bus - über 5.000 km

"unvergessliche Momente"

Maya: Erste Tramping Erfahrungen, Campen mit genau einem Löffel aus Ausrüstung, eiskalte Nächten im Zelt mit Sommerschlafsack, auf dem Boden bei Bekannten, in Hostels, tausend neue Bekanntschaften, verlorenen Shampoos und Nerven, sowie unzählige unvergesslichen Momenten, Geschichten und Erlebnisse. Ich sitze mal wieder im Bus und bin jetzt am Ende meiner ersten längeren Reise angelangt. Es liegen noch mindestens 24h Fahrt vor mir bis ich wieder nach Buenos Aires, zum Zwischenseminar ankomme. Aus Urlaubsgründen hatte ich leider nur dieses begrenzte Reisefenster und das hat natürlich lange nicht gereicht um alles zu sehen, erleben und machen was man hier in Patagonien (Süden Argentinien und Chiles) machen kann. Schonmal ein Grund irgendwann wiederzukommen und den Rest zu machen, hihi. Trotzdem ist innerhalb dieser 12 Tage so viel passiert, Rebekka, mein Travelbuddy, und ich haben einfach so viel zusammen erlebt und gemacht, dass es einem nicht wie 12 Tage vorkam. Ich kam nach Patagonien und hatte ehrlich gesagt keine wirkliche Ahnung, was mich hier erwarten wird. Ich wusste es gibt bisschen Berge und Wälder, viele haben gesagt es sei ein bisschen wie die Schweiz. Naja dementsprechend geflasht war ich dann auch als ich hier ankam. In dem Naturschutzgebiet in dem wir Weihnachten gecampt haben war die Natur noch einfach viel unberührter und natürlicher als in Europa. Die Gletscherseen sind hier riesig und eiskalt, trotzdem waren wir schwimmen.

Das Wasser ist so klar, dass man aus den Seen und Flüssen einfach trinken kann, die Wanderwege teilweise voller umgestürzter Bäume über die man klettern muss, man kommt durch Bambuswälder zu wunderschönen Aussichtspunkten und türkisgrünen Flüssen.

Wenn man dann weiter in den Süden fährt nach Calafate, kommt man an den wirklich hellblauen Gletschersee Lago Argentino. Ich habe nochnie so hellblaues Wasser gesehen, das war als wärst du in der Karibik nur in kalt.

Lago Argentino, Punta Bandera

Und mit viel starkem patagonischen Eiswind. Wie die Schweiz ist das aufjedenfall nicht, höchstens was die Preise angeht. Weil die Nationalparks natürlich auch alle zwischen 20-40 € Eintritt kosten und die Busse auch nicht gerade billig sind haben wir begonnen zu trampen so oft wie es ging. So sind wir dann zum Beispiel zum Gletscher Perito Moreno gekommen, und der war eindeutig eins der riesigen Highlights unserer Reise.

Man konnte den Gletscher von unterschiedlichen Höhen aus angucken über so kleine Aussichtsplattformen die durch Wanderwege verbunden waren. Man konnte aber auch einfach studenlang auf den Gletscher gucken ohne sich zu langweilen. Perito Moreno ist einer der letzten Gletscher der Welt der noch nicht am schmelzen ist, sondern in seiner Masse stetig bleibt. Aber gegenüber von im zu stehen, zu sehen wie Eisstücke abfallen, die Eisberge im Lago Argentino um in rum zu sehen, .. das ist einfach ein unglaublich faszinierendes Gefühl. Gleichzeitig hat es mich auch sehr nachdenklich und traurig gemacht, wenn ich dran denke wie wir Menschen dabei sind eben solche Naturschönheiten wie diesen Gletscher durch UNSER Handeln, durch den von UNS verursachten Klimawandel zu zerstören… also wer das jetzt liest, beim nächsten Mal Auto benutzen an die lieben Gletscher denken und vllt lieber mal öfter die Bahn/den Bus nehmen. ;)

Leider kann kein Bild die Schönheit wirklich wiederspiegeln

Insgesamt haben wir auf unserer Reise eigentlich jeden Tag irgendwas unternommen, sind noch Tirolesa gefahren, das ist so wie eine Riesentarzahnbahn, bei der man sich 2km den Berg hinunter an einer Zip Line abseilt.

Waren in einer -15°C Bar komplett aus Eis und haben Weihnachten mit einer Wanderung zu einer versteckten Lagune verbracht. Abends im Campingplatz vorm warm Duschen Bescherung in der Dusche gemacht, am ersten Weihnachtsfeiertag im Luxusbus mit 3 Passagieren den ganzen Tag mit Snacks, Filmen und Panoramablick auf die Pampa nach Calafate gefahren und sind Silvester erst kurz vor knapp in Bariloche angekommen. Haben um 24 Uhr dann einfach mit wildfremden Leuten (denen wir uns vorher nichtmal vorstellen konnten weil wir um 23.55 Uhr erst richtig da waren) aus dem Hostel angestoßen und dann die Nacht genauso mit irgendwelchen Leuten aus Santa Fe, Mendoza, Österreich, Frankreich, Israel und aller Welt feiernd im Club verbracht. Also einmal komplett anders, als sonst immer die Feste Zuhause.. nicht besser, nicht schlechter, anders.

An der „laguna escondida“ an Heiligabend

Während der ganzen Reise hat man durch die Hostels und das Trampen echt unglaublich viele Leute aus aller Welt, sowie aus Buenos Aires kennengelernt. Ich freu mich schon drauf, einige bei mir wiederzutreffen. Außerdem möchte ich mich passend zum Ende 2016 hier nochmal bei allen Leuten bedanken, die mir durch ihre Spenden, durch gute Tipps und Abschiedsgeschenke das ganze Jahr hier ermöglicht haben und mich so lieb unterstützt haben. Ich bin wirklich unglaublich dankbar über die Möglichkeit hier zu leben, zu arbeiten, zu Reisen in meinen Ferien und einfach diese Erfahrung zu machen. Ich hoffe ich kann 2017 noch viel von Argentinien sehen und freue mich schon auf die ganzen anderen Trips die noch vor mir liegen.  

Travel is the only thing you can buy, that makes you richer.

Der Spruch hat jetzt auch echt an Bedeutung gewonnen: weil man eben so viele Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse bekommt, die man gar nicht mit Geld aufwiegen kann.