Maya reist nach Südamerika

Buenos Aires | Argentinien

Am 12.9.2016 macht unsere Kundin Maya einen Freiwilligendienst in dem Kindergarten einer Waldorfschule in Buenos Aires in Argentinien. Sie möchte über ihre Erfahrungen und Eindrücke regelmäßig berichten. Wir freuen uns darüber, sie mit einer Spende unterstützen zu dürfen und wünschen ihr für ihre Reise alles Gute!  


Der Coutdown läuft...

Wieso sie ein Auslandsjahr macht und warum genau in Argentinien?

Hier Mayas Antwort:

„Und was machst du nach dem Abi?“ – „Hm, ich weiß noch nicht, erstmal ins Ausland und dann mal schaun“. Das ist der Standardsatz den ich derzeit echt oft höre. Wir haben 12 Jahre Schule hinter uns, waren gerade noch damit beschäftigt Definitionen auswendig zu lernen, mussten fragen um auf die Toilette zu gehen und wurden darauf getrimmt unsere Intelligenz anhand einer dämlichen Note zu messen. Und jetzt plötzlich wird von uns erwartet, dass wir uns für eine Lebensrichtung entscheiden, sagen was und ob wir studieren wollen, müssen darüber entscheiden mit welchem Beruf wir später unser Geld verdienen möchten und haben doch eigentlich noch so wenig von der Welt gesehen, dass wir noch nicht einmal wissen wohin wir überhaupt wollen. Genau deswegen kommt es meistens zu dieser Antwort. Nach 12 Jahren Schule gibt es zwar einige die schon klar ihr Ziel vor den Augen haben, aber die meisten fühlen sich einfach erdrückt von der Verantwortung sich jetzt ihren Lebensweg zu suchen.

Deswegen ist der Weg ‚Erstmal-ins-Ausland-und-dann-mal-schaun‘ für die meisten eher eine Flucht vor dem ganzen ‚adult stuff‘, Aufgaben die auf einen zukommen und dem Auseinandersetzen mit sich selbst. Ehrlich gesagt fühle ich mich auch oft überrumpelt von dem Gedanken an die Zukunft. Doch die Gründe warum ich diesen Freiwilligendienst in Argentinien mache gehen weit darüber hinaus.

Mein Großvater kommt aus Uruguay und ist mit 18 nach Europa gekommen. Zuhause sprechen wir zwar weder Spanisch (leider), noch sieht man mir total an, dass ich südamerikanische Wurzeln habe, doch in mir drin ist da etwas was sich schon seit ich klein bin brennend für Südamerika interessiert. Das Land aus dem mein Opa kommt, Verwandtschaft die ich noch nie gesehen habe, eine Kultur in der viel mehr geschätzt wird was man hat, anstatt was man nicht hat. Wenn ich so darüber nachdenke hatte es einfach schon immer einen Reiz für mich. Ich hab in lateinamerikanischem Tanzen meine große Leidenschaft entdeckt, Spanisch gehörte zu meinen Lieblingsfächern, ich bin kein pünktlicher Mensch, mag es nicht wenn man mich hetzt oder sich unnötig den Kopf über unnötige Dinge zerbricht. Vor einigen Jahren habe ich mir dann auch in den Kopf gesetzt „nach dem Abi geh ich nach Südamerika!“ Wie und wie lange wusste ich nicht. Aber schon vor 4 Jahren habe ich mal eine Liste mit „lifegoals“ gemacht, und mehrere Monate in Lateinamerika verbringen stand schon damals drauf. So kam ich durch genaueres informieren auf das Programm „Weltwärts“ und auf die Idee einen Freiwilligendienst zu leisten. Nach verschiedenen Orientierungsseminaren habe ich mich dann für die Organisation "Rudolf Steiners" entschieden und bin schließlich über die Organisation auf meine jetzige Einsatzstelle in Buenos Aires gekommen. Und inzwischen kann ich mir nichts vorstellen, was besser zu mir passt als dieses Jahr. Irgendwie weiß ich jetzt schon, dass mir die Latino Kultur besser gefallen wird als unsere Deutsche Leistungsgesellschaft (glaube ich zumindest). Ich liebe Kinder und beim Abschied von meiner deutschen Babysitt-Familie ist mir echt das Herz schwer geworden. Dass ich jetzt in einem Kindergarten arbeiten werde, hat mich da echt getröstet und bestärkt.

Maya und Tenzile (Mein VR-FUTURE Redaktionsteam) über die Vorbereitung von Mayas Reise

Ich bin so gespannt auf dieses nächste Jahr und momentan überwiegt einfach nur das Vorreisefieber bei mir. Werden sich meine Erwartungen und auch Befürchtungen bestätigen? Ich bin zwar keiner dieser Jugendlichen die keinen Plan haben was sie machen möchten und deshalb ins Ausland gehen, aber dafür jemand der ins Ausland geht um seinen Horizont zu erweitern, sich einen großen Traum zu erfüllen, Abstand von Zuhause, Freunden und Familie zu gewinnen und dabei für sich selbst viel lernen möchte. Einen Plan was ich danach machen möchte hab ich zwar schon, aber wer weiß ob ich den danach überhaupt noch möchte?