Mayas 2te Reise

Iguazu – Brasil – Uruguay

Maya: Und wieder sitze ich am Ende einer wunderschönen Reise im Bus.. mit Tränen in den Augen und einem komischen Gefühl im Bauch.. habe mich nämlich gerade von meiner richtigen, deutschen Familie am Busbahnhof verabschiedet und weiß, in wenigen Tagen reisen sie mir zwar nach, nach Buenos Aires, aber dann heißt es fast schon wieder Verabschieden sagen für lange Zeit. „Reisen mit den Eltern? Wär nix für mich“ sowas und ähnliche Kommentare hab ich oft gekriegt, aber empfinde das anders. Nach der schon ziemlich abenteuerlichen Patagonienreise, war ich eigentlich ganz glücklich mal mehrere Nächte an einem Ort zu bleiben, in einem Hotel zu sein, frische Handtücher, richtiges Essen (auch noch mit Riesenbuffetauswahl), ein eigenen Schrank in dem man seinen Backpack mal AUSPACKEN kann,… all das sind luxuriöse Kleinigkeiten am Elternurlaub, die man erst zu wertschätzen lernt!

Die Reise begann wieder mit Rebekka, nach unserem Zwischenseminar brachen wir auf nach Puerto Iguazu, den riesigen Iguazu Wasserfällen, die unser letztes gemeinsames Reiseziel waren. Angekommen in einem riesigen Luxushostel mit Riesenpool (Hostel Tangoinn in Puerto Iguazu – empfehl ich nur weiter) sind wir direkt bevor wir überhaupt eingechekt hatten auf zu dem Nationalpark auf der brasilianischen Seite, von dem aus man die Wasserfälle bewundern kann. Dazu haben wir uns ein Taxi mit 2 anderen Hostelbewohnern geteilt, weil es preislich fast gleich liegt und man vieeel schneller die brasilianische Grenze überquert.

Der Ausblick auf die Wasserfälle war hammer! Sie gehören zu einem der 7 Weltwunder und sind (glaube ich) die 3. Größten Wasserfälle der Welt. Dementsprechend viele Leute kommen allerdings auch um sie sich anzuschauen, also konnte man leider nur zwischen Menschenmassen, auf kleinen „Pasarillas“ von verschiedenen Panoramapunkten auf die Wasserfälle schauen. Der letzte Panoramapunkt war allerdings schon mitten in der Gischt der Wasserfalls, also konnte man sehr gut einen Eindruck von der riesigen Kraft der Wassermassen bekommen, die da täglich runterrauschen..

Auf der argentinischen Seite buchten wir eine (leider ziemlich teuere) Bootstour, mit der man direkt unter den Wasserfall fuhr und eine „ducha completa“ abbekommen hat. Also ganz ganz ganz nass. Bei 90% Luftfeuchtigkeit und mindestens 30 Grad macht das dann aber auch nichtmehr soviel aus.

Nach der Bootstour hatten wir noch den Tipp bekommen, einen bestimmten Pfad zu nehmen und der war eindeutig mein Iguazu Highlight! Man läuft eine Stunde durch den Urwald, auf der richtigen roten Erde, die die Gegend dort ausmacht und nicht auf den Metallpfäden die an den anderen Aussichtspunkten dich durch den Dschungel führen. Währenddessen wird man zwar von Insekten fast vollständig aufgefressen, aber das, was dann von einem am Ziel ankommt, kann in einem Kleineren der Iguazu Wasserfälle baden! Durch den langen und ungemütlichen Hinweg waren dort auch viel weniger Touris und mir gefiel das einfach viel besser. Iguazu ist auf jedenfall wunderschön und superbezaubernd, aber mir kam es ein bisschen so vor als wird dir die Natur so zur Schau gestellt.. wenn man einen Affen sah, sah man genauso 10 Touris mit Spiegelreflexkameras drum rum.. Natürlich war ich genauso Touri und habe auch Fotos gemacht, aber dadurch dass ich in Argentinien lebe will man sich doch irgendwie von den „normalen“ Touris abheben.

Ausblick über den Regenwald, nach einstündiger Wanderung

Danach gings dann für mich alleine weiter nach Porto Alegre, in Brasilien. Mit etwas Entsetzen bemerkte ich, dass es nur noch Umsteigeverbingungen mit nachts in irgendeinem brasilianischen Kaff umsteigen gab. Nach einigen Panikatacken kam dann um halb 11 letzendlich doch der erwünschte Anschlussbus nach Porto Alegre und ich erreichte es gut. Brasilien (also der Süden, die Gegend wo ich war) ist sehr grün und ähnlich wie Misiones, was mir ja bei meinem ersten Besuch schon mega gefallen hat. Tropische Früchte, rote Erde, seeehr viel Vegetation und alle reden brasilianisch. Leider. Mit spanisch versteht man zwar einiges, aber wenns um wichtiges geht meistens auch nicht so wirklich viel. Das Gefühl, sich irgendwie nicht kommunizieren zu können war schon etwas beängstigend.. vor allem als mir einige zwar nicht ganz so wichige aber trotzdem ärgerliche Wertsachen gestohlen wurden.. die Armut ist hier viel präsenter als in Uruguay oder Argentinien. An fast jeder Ecke leben Menschen auf der Straße, mit Matratzen, Säcken oder Einkaufswägen mit ihren einzigen paar Dingen drin.. und als wir in Porto Alegre durch die Straßen liefen kamen einem ziemlich viele zwielichte Gestalten entgegen.. dementsprechend hab ich von Porto Alegre, wo ich 2 Tage war bis meine Eltern kamen, auch keine Fotos. Als ich die dann am Flughafen abholte war ich heilfroh, weil ich mich neben der Wiedersehensfreude einfach auch sicherer bei Ihnen fühlte. Zum Glück spricht Mama auch etwas portugiesisch, also konnten wir nach einigen Diskussionen auch mehr oder weniger problemlos mit eigenem Mietwagen nach Laguna, einem kleinen Ort an der Südküste, fahren.  

Superluxushotel, wunderschöner einsamer Traumstrand und allgemein mega schön die Landschaft dort. Die Zeit dort war sehr entspannt, richtiger Strandurlaub, mit jedem Tag Frühsportprogramm mit meiner Schwester und meinem Vater.

Unten links unser Hotel, Blick auf den Hotelstrand von hoteleigenen Aussichtspunkt

Ich hab die Zeit mit meiner Familie voll genossen und für die war es auch ziemlich schön, so total weiß und gestresst, wie die aus unserem deutschen -300 Grad Winter und Prüfungsstress kamen, sich langsam an das Südamerika Klima und Feeling zu aklimatisieren.

Danach gings weiter nach Uruguay im Luxusschlafbus. Nur 12 Stunden Fahrt, für mich fast wie nix, hab‘ mich jetzt schon ziemlich an die über 20 Stunden Fahrten gewöhnt 😂 In Montevideo hatten wir dann irgendwie 3000 Verabredungen mit alten Freunden von Mama und unserer uruguayischen Familie, die ich bisher noch nie in meinem Leben gesehen habe, nur auf uralten Fotos. Mama hatte die alle auch seit über 24 Jahren nicht mehr gesehen und so gab es unseretwegen eine Reihe riesiger Wiedersehenspartys. Eigentlich waren wir jeden Abend auf irgendeinem anderen Asado, aber es war echt schön! Die Familie ist super nett, herzlich und haben uns wie einen langvermissten Teil aufgenommen. Irgendwie hat es sich angefühlt, wie das letzte Teil im Puzzle kennenzulernen, einen Teil von mir selbst, den ich eben noch nicht kannte. Ganz sicher werde ich nochmal zu Besuch kommen um meine ganzen Tanten und Onkels nochmal zu sehen, wird wahrscheinlich nicht so oft in meinem Leben sein, dass ich die Besuchen kann, außer ich kann mir alle paar Jahre ’n Flug nach Südamerika leisten.

Am Wochenende waren wir dann in la Perdrera einem kleinen Hippie und Surferdorf an der Küste Uruguays. Uruguay hat 3 Millionen Einwohner, und ist dabei nicht so viel kleiner wie Deutschland. Davon lebt dann auch noch die Hälfte in Montevideo, der Hauptstadt (meine Familie auch). Ein minikleines, verträumtes und super entspanntes Volk also. Die gesamte Küste in Uruguay ist voll von mega schönen Stränden und kleinen Feriendörfern, die dann nur im Sommer von den ganzen Montevideolern bewohnt sind, die Urlaub an der Küste machen.  

Mit meinen Eltern im Hippiesurferpartyparadies.. auch eine Erfahrung =)

Da wo wir waren, hatte alles einen ziemlich alternativen Flair, war voller Surfern, Kunsthandwerkerständen und auch ziemlich vielem Marihuanageruch, denn in Uruguay ist Gras legal. Die südamerikanische Gelassenheit spürt man hier schon ziemlich stark und man muss schon sagen, sie steckt an.  

Super entspannt und mit meiner Mate im Arm, kehre ich also wieder zurück nach Buenos Aires. Erholt, nach über einem Monat Ferien. Uruguay hat mich ja schon beim ersten Mal fasziniert und mir sehr gefallen, aber beim 2. Besuch hab ich unglaublich Lust bekommen irgendwann mal hierhin zurückzukehren, die Küste bis Brasilien hochzutrampen und noch mehr zu sehen.  

Yoga im Hotelinnenhof, bei Sonnenuntergang am Strand, in der Mittagshitze, Yogaschwestern everywhere

Zum Schluss noch ein großes Dankeschön, an alle die mich mit dem FSJ und allgemein unterstützen! Ich bin sehr dankbar für alles was ich hier erlebt habe in meinem Urlaub und über den Besuch meiner Familie! Das ist alles nicht selbstverständlich und ich bin mega glücklich die Möglichkeit gehabt zu haben, so viel von Argentinien, Uruguay und Brasilien, sowie meine Uruguayische Familie kennenzulernen. Gefüllt voller toller Erinnerungen und Momente freu ich mich auch schon wieder auf meine liebe Gastfamilie und Buenos Aires! Bin bereit die restlichen 7 Monate jetzt in vollen Zügen zu genießen! 

Gracias por todo! Feliz Maya