Lea reist durch Peru und Bolivien

Drei Wochen voller spannender Eindrücke und vielfältiger Landschaften

Nachdem Lea aus Sulzbach im Oktober 2015 nach Chile geflogen ist, schickt sie uns regelmäßig viele tolle Bilder und Texte, damit wir an ihrem sozialem Engagement teilhaben können. In ihrem aktuellen Bericht schreibt Lea über ihre Reise durch Peru und Bolivien.

Lea: Die letzten drei Wochen vergingen wie im Flug. Zusammen mit Isabel, die auch über Alegro e.V. nach Valparaíso gekommen ist reiste ich durch Peru und Bolivien. Von Santiago de Chile sind wir mit dem Flugzeug nach Lima, der Hauptstadt Perus, geflogen, wo unsere Reise begann. Lima ist eine schöne Stadt mit einem hübschen historischen Zentrum und einem beeindruckenden Park mit Wasser- und Lichtspielen. Leider war der Himmel während unseres kurzen Aufenthalts durchgehend sehr behangen und grau. Ob das immer der Fall ist kann ich nicht einschätzen, allerdings liest man in verschiedenen Reiseführern dass Lima auch „die graue Stadt“ genannt wird, und das kann ich jetzt auf jeden Fall nachvollziehen.

Lea mit Isabel in Lima

Nach zwei Tagen in Lima ging es für uns weiter nach Ica. Dort hatten wir die Chance, die „Islas Ballestas“ zu sehen, welche wirklich wunderschön sind. Tausende von Robben, Pinguinen und anderen Tierarten sonnen sich auf den steinigen Inseln.

Von Ica sind wir mit dem Bus weiter nach Nasca gereist. Dort habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Wüste gesehen. Ich war beeindruckt von der weiten Fläche voll Sand und Stein. Die „Nasca-Lines“, Linien die von den Inca, den Ureinwohnern Perus in der Nasca Wüste gezogen wurden sind ebenso beeindruckend wie die Wüste an sich.

Von Nasca ging es weiter nach Cusco. Dort sind wir unglücklicherweise komplett ohne Geld angekommen und mussten vom Terminal, das zu Fuß ungefähr eine Stunde außerhalb der Stadt liegt ins Zentrum laufen. Mit unseren schweren Rucksäcken, der eher schlaflosen Nacht während der 12- stündigen Busfahrt und aufgrund der hohen Lage Cuscos (ca. 3400 Meter) und des damit verbundenen Sauerstoffmangels war dieser Marsch sehr anstrengend. Die ersten paar Tage verbrachten wir dann auch eher ruhig und nicht besonders unternehmungslustig in Cusco, sofort zum Machu-Picchu zu wandern erschien uns beiden unmöglich.

Ursprünglich wollten wir den 4-tägigen „Inka-Trail“ zum Machu-Picchu bezwingen, allerdings machten uns die Höhenmeter dort wirklich mehr zu schaffen als erwartet, daher entschieden wir uns für eine kürzere, einfachere Strecke. Letztendlich sind wir mit dem Auto nach Aqua-Calientes gefahren, haben eine Nacht in dieser Stadt mitten im Dschungel verbracht und sind morgens um vier losmarschiert. Nach einer anstrengenden, steilen Strecke mit unzähligen Treppenstufen kamen wir an, und es hat sich wirklich gelohnt. Den Sonnenaufgang hatten wir verpasst, aber aufgrund der frühen Morgenstunden war noch nicht viel los dort oben und wir konnten eine wunderbare Aussicht auf Natur und alte Inca-Ruinen genießen.

Machu-Picchu

Nach einer interessanten Tour durch Machu-Picchu ging es mit dem Auto wieder zurück nach Cusco. Dort verbrachten wir noch einige Tage, weil uns beiden die Stadt einfach wunderbar gefallen hat.

Die nächste Station war Puerto Maldonado. Ein etwas verschlafenes, gammliges Städtchen mitten im Dschungel. Dort verbrachten wir eine Nacht in einem ranzigen Hostel und buchten eine Bootsfahrt auf dem Río Madre de Dios, der irgendwo entfernt tatsächlich in den Amazonas mündet. Wir sahen verschiedene Vogelarten und hörten ein paar Äffchen kreischen. Leider bekamen wir weder diese noch die dort lebenden Krokodile, Otter oder Flussdelphine zu Gesicht. Mich persönlich hat Puerto Maldonado mit seiner Kultur und Natur sehr an Indien erinnert.

Bootsfahrt auf dem Río Madre de Dios

Von dem kleinen Dschungelstädtchen ging es einen Tag später weiter Richtung Titicaca See. Unglücklicherweise erwischten wir einen nicht sehr vertrauenswürdigen Bus (sehr alt und klapprig) der gleich zu Beginn der Fahrt von der Polizei angehalten wurde. Der Busfahrer wurde auf Alkoholkonsum kontrolliert, außerdem schien es ein Problem mit den Papieren zu geben. Als es weiterging fuhr der Busfahrer wie ein Irrer die kurvigen, engen Bergsträßchen entlang. Ich konnte es kaum erwarten, aus diesem Bus auszusteigen.

Titicaca

In Puno, einer Stadt an der peruanischen Küste des Titicaca Sees fand während unseres Aufenthalts ein großes Fest zu Ehren der Jungfrau de la Calendaria (La Festividad de la Virgen de la Candelari de Puno) statt. Zwei Wochen lang tanzten Menschen aus aller Herren Länder kostümiert in den Straßen Punos herum. Der Umzug war auf jeden Fall beeindruckender als Umzüge, die ich aus dem gemütlichen Sulzbach gewohnt bin.

La Festividad de la Virgen de la Candelari de Puno

Von Puno aus buchten wir eine Tour über drei Inseln des Titicaca Sees, mit Übernachtung auf der Isla de Amantani, in einem Zimmer einer dort lebenden Familie. Auf allen Inseln leben die Einwohner eigentlich hauptsächlich vom Tourismus. Elektrizität gibt es dort keine und nachts wurde es ganz schön kalt.

Amantani

Einige Inseln des Titicaca Sees schwimmen auf dem Wasser, das heißt sie sind nicht mit dem Grund verbunden. Sehr faszinierend.

Floating islands Titicaca

Unsere nächste Station war Bolivien, Copacabana. Dort hielten wir uns aber mangels ausreichender Zeit nicht lange auf, obwohl die Stadt wirklich hübsch ist. Für uns ging es aber nach drei Stunden dort direkt weiter zur „Isla del Sol“ ebenfalls auf dem Titicaca. An einem kleinen aber äußerst feinen Strand haben sich gefühlt alle Backpacker Südamerikas versammelt. Die Stimmung ist entsprechend. Menschen singend, Gitarre und Mundharmonika spielend vervollständigen das schöne Ambiente. Der Abschied von der Isla del Sol fiel uns beiden sehr schwer.

Lea mit Isabel, Isla del Sol

Die letzte Station unserer Reise war La Paz, Bolivien. La Paz hat mir persönlich sogar noch ein wenig besser gefallen als Lima. Nach zwei Tagen Aufenthalt ging es vom Flughafen in „El Alto“ zurück nach Santiago de Chile.

Im Vergleich zu Chile sind Peru und Bolivien weniger europäisch, noch ein wenig ursprünglicher. Als Ausländer bekommt man um einiges mehr Aufmerksamkeit geschenkt, freundliche sowie weniger freundliche. Andere Backpacker die wir während unserer Reise getroffen haben kamen hauptsächlich aus Chile und Argentinien. Deutsche haben wir kein einziges Mal getroffen, dafür einige Franzosen und Spanier.

Peru hat mich vor allem aufgrund seiner vielfältigen Landschaft sehr beeindruckt. Wüste, Küste, Dschungel, Berge, die Peruaner haben von allem etwas.