Tschüss Sulzbach, hallo Chile!

Wir begleiten unsere Kundin Lea auf ihrer spannenden Reise nach Südamerika

02.10.2015

In Chile wartet das Abenteuer ihres Lebens auf Lea aus Sulzbach. Die gerade 18-gewordene steigt am Sonntag in den Flieger nach Südamerika, wo sie elf Monate verbringen wird. Doch Lea macht sich nicht nur auf die weite Reise, um Land und Leute in Chile kennenzulernen. Die junge Frau wird in zwei sozialen Einrichtungen arbeiten: in einer Schule für autistische Kinder und in einer Werkstatt für Erwachsene mit geistiger Behinderung. Wir werden Lea bei ihrer spannenden Reise begleiten. In ihrem Blog berichtet die Auswanderin auf Zeit, was sie in Chile erlebt. Und wenn Ihr selbst eine längere Reise ins Ausland plant, bekommt Ihr von Lea vielleicht ein paar Ideen und Tipps.

Kofferpacken für elf Monate

Lea reist im Rahmen des Programms „Weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. „Über meine Entsendeorganisation Alegro e.V. bin ich auf die beiden Projekte Andalué in Quillota und Aspade in Quilpué aufmerksam geworden“, erzählt Lea.  Die beiden Städte liegen gut zwei Autostunden von der Landeshauptstadt Santiago de Chile entfernt in der Mitte des Landes, das auf der Landkarte so markant in die Länge gezogen wirkt.

Was nimmt man für eine elfmonatige Reise in ein fremdes Land alles mit? Über diese Frage hat sich Lea beim Kofferpacken den Kopf zerbrochen. Von ihrer Volksbank hat sie sich außerdem eine Checkliste geben lassen, an was sie vor ihrer Reise in Sachen Finanzen und Unterlagen alles denken muss.

Dank Sprachunterricht und Praktikum gut vorbereitet

Trotz der Vorbereitung ist eins klar: Die Freude auf das große Abenteuer in der Ferne überwiegt – besonders, weil Lea sich schon einmal für ein Auslandsjahr beworben hatte, aber eine Absage bekam. Sie war damals noch zu jung. Zum Glück feiert Lea heute ihren 18. Geburtstag. Ihren Plänen steht also nichts mehr im Weg.

Lea hat im März 2015 ihren Abschluss am Heinrich-von-Zügel-Gymnasium in Murrhardt gemacht. Klarer Vorteil: In der Schule hat sie Spanisch gelernt und kann sich deshalb in Chile verständigen. Bei einem Praktikum in einer Behindertenwerkstatt konnte sie lernen, worauf es bei der Arbeit mit Menschen mit Handicap ankommt.

100 Euro Taschengeld im Monat

Auslandserfahrung hat Lea auch schon gesammelt. Sie war mit einer Freundin in Indien. Außerdem wurde sie in Seminaren mit einer Projektgruppe auf ihre Reise vorbereitet. Nach Chile reist sie gemeinsam mit ihrem Projektpartner Julius.  

Das Programm „Weltwärts“ fördert Leas Freiwilligeneinsatz mit 7.000 Euro zum Teil. Ihre Entsendeorganisation Alegro e.V. ist für die anfallenden Kosten zuständig. Leas Aufgabe ist es, 3.000 Euro an Spenden zu sammeln, die dann in einen Topf für alle Teilnehmer des Projekts fließen. Ihre Wohnung wird bezahlt und umgerechnet bekommt sie 100 Euro Taschengeld von ihrer Organisation, das ihre Eltern jeden Monat auf ihre Volksbank-Kreditkarte laden.

Erleuchtung in Sachen Traumberuf

Von der Idee nach Chile zu gehen, waren Leas Mutter und Vater übrigens nicht von Anfang an begeistert. Jetzt freuen sie sich aber mit ihrer Tochter und wollen sie auf jeden Fall in Südamerika besuchen.

So super Lea ihre Reise auch geplant hat, eines weiß sie noch nicht: Was sie später einmal beruflich machen will. „Ich hoffe, ich finde in den nächsten elf Monaten Erleuchtung.“

Wir wünschen Lea auf jeden Fall viel Glück bei ihrer Suche und eine gute Reise!

Infobox Chile

Chile ist ein Land in Südamerika, das sich von der Nordspitze bis zum südlichsten Zipfel über rund 4300 Kilometer erstreckt. Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifischen Ozean, im Norden an Peru, im Nordosten an Bolivien und im Osten an Argentinien. Chile hat 17 Millionen Einwohner, Staatsoberhaupt und Regierungschefin ist Michelle Bachelet.

Bei uns hat Chile in diesem Jahr leider vor allem durch ein schweres Erdbeben Schlagzeilen gemacht.

Besonders stolz sind die Chilenen auf ihre Fußball-Nationalmannschaft, die in diesem Jahr die Copa América gewinnen konnte.