Soziales Engagement

Freiwilligendienst in Mexiko

Unsere Kundin Celine kommt aus Oppenweiler und ist 18 Jahre alt. Im August 2018 trat sie im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes ein freiwilliges Auslandsjahr in Mexiko (Puebla) an. Sie arbeitet dort unentgeltlich in einem Krankenhaus und beim Rettungsdienst. Schon in ihrem Heimatort engagiert sie sich seit über 10 Jahre im Ortsverein der DRK.

„Mit der Zeit in Mexiko bietet sich mir die Möglichkeit, Menschen aus anderen Kulturen etwas Gutes zu tun."

Celine in Puebla - Mexiko

1. Reise-Bericht

Statt rückwärts, gehen wir weltwärts

Zwölf weitere Freiwillige sind gemeinsam mit mir am 24. August 2018 für einen weltwärts Freiwilligendienst in das Flugzeug nach Mexiko gestiegen.

Die Reise war lang und wir waren bei unserer Ankunft alle erschöpft. Obwohl ich bei der Busfahrt von Mexiko-Stadt nach Puebla relativ bald eingeschlafen bin, erinnere ich mich gut an den ersten Eindruck. Alles war so groß und bunt und überall roch es nach Essen. Der Verkehr war stockend, weil so viele Autos in die gleiche Richtung wollten und wir brauchten circa drei Stunden von Mexiko-Stadt nach Puebla.

Die Stadt Puebla liegt am Fuß des bekannten Vulkans Popocatepetel und hat historisch sehr viel zu bieten. Mexiko besiegte am 05. Mai 1862 Frankreich in Puebla und heute befinden sich dort ein Park und einige Museen, die an den Kampf erinnern. Außerdem ist Puebla geprägt von vielen verschiedenen Kulturen. Puebla ist geprägt von seinen Ureinwohnern der spanischen Kultur, da Spanien die Kolonialmacht in Mexiko war, der französischen Kultur, da Frankreich Besatzungsmacht war und auch der deutschen Kultur, da in Puebla die deutsche Autoindustrie stark vertreten ist. Außerdem ist Puebla bekannt für gutes Essen. Es gibt viele traditionelle „poblanische“ Gerichte und im Allgemeinen wird sehr viel Fleisch gegessen. Aber auch ich als Vegetarierin kann hier sehr lecker essen. In vielen Restaurants kann man Tortillas oder Quesadillas auch mit Käse und Gemüse bestellen und Echiladas schmecken auch ohne Fleisch richtig gut.

Puebla ist also ein multikultureller und sehr vielfältiger Ort und auf jeden Fall einen Besuch wert.

Die ersten Tage hier hatten wir ein Einführungsseminar. Wir sprachen über mexikanische Kultur und wie wir Freiwillige uns in diese einfügen können. Dabei geht es nicht darum, so mexikanisch wie möglich zu werden, sondern die Sitten und Verhaltenstendenzen respektvoll anzunehmen und sich auf manche Situationen einzulassen, so ungewohnt diese in dem Moment auch erscheinen mögen.

Meine Arbeit hier in Puebla ist vielfältig. Ich bin unterstützend tätig bei dem Mexikanischen Roten Kreuz in Puebla. Hier besuche ich verschiedene Stationen des Krankenhauses und den Rettungsdienst. Aktuell bin ich im Labor als Freiwillige tätig. Hier kommen täglich Menschen, die ihr Blut, ihren Urin oder ihren Kot analysieren lassen möchten. In diesem Labor werden die Blutgruppen bestimmt, sowie die Proben auf Krankheiten oder Anomalien untersucht. Dafür werden Blut, Urin und Kot unter dem Mikroskop betrachtet oder einzelne Tests zur Bestimmung von Krankheiten oder Analysewerten vorgenommen. Aber auch die Abnahme der Blutproben gehört zu den Aufgaben des Labors, weshalb die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auch geübt in der Arbeit mit Patienten sind. Zur Abnahme dieser Blutproben ist es auch üblich, in andere Bereiche des Krankenhauses zu gehen. So zum Beispiel durfte ich die Labormitarbeiter und Mitarbeiterinnen in die Notaufnahme oder auf Station begleiten, um zu sehen, wie die Blutabnahme der stationär aufgenommenen Patienten abläuft.

Ich bin gespannt auf die weitere Arbeit und freue mich, die Kultur und das Land in einem Jahr hoffentlich besser kennenlernen zu dürfen.