Das Leben eines Bankazubis

Natascha macht seit September 2012 ihre Ausbildung zur Bankkauffrau, Tarek ist Finanzassistent und schreibt gerade seine Bachelor-Arbeit im Rahmen des BA-Studiums.

Wir haben die beiden über ihre Ausbildung interviewt, um einen kurzen Einblick ins Leben eines Azubis bei einer Volksbank zu erhalten.

Hallo Natascha, hallo Tarek, schön dass Ihr Euch die Zeit nehmt. Wie lange seid Ihr jetzt dabei?

N: Seit September 2012.

T: Meine Ausbildung zum Finanzassistent habe ich im September 2008 angefangen, mein BA-Studium mache ich seit Oktober 2010.

Welche Voraussetzungen sollte man Eurer Meinung nach mitbringen bzw. welche Eigenschaften kommen Euch für die Ausbildung zu Gute?

N: Man sollte wissbegierig und motiviert sein, offen auf Kollegen und vor allem Kunden zugehen können und den Kontakt aktiv suchen…

T: …dafür natürlich auch gute Umgangsformen mitbringen und freundlich sein. Für das BA-Studium braucht man auf jeden Fall Interesse und Verständnis an wirtschaftlichen Zusammenhängen und am aktuellen Marktgeschehen. Außerdem erfordert das Studium zum Teil ein hohes Maß an Disziplin und Motivation, gerade in Prüfungszeiten und der Schlussphase, wenn es an die Bachelor-Arbeit geht.

Wie lange dauert Eure Ausbildung im Regelfall?

N: Die Ausbildung zur Bankkauffrau dauert 2,5 Jahre.

T: Als Finanzassistent dauert die Ausbildung maximal 2 Jahre, meistens jedoch etwas kürzer, das hängt von den Prüfungsterminen ab. Die Studienzeit des BA-Studiums beträgt 6 Semester, also 3 Jahre.

Was lernt Ihr in der Schule / Vorlesung?

T: An der BA sind die Studieninhalte in mehrere Module aufgegliedert. Diese sind alle, im Zusammenhang betrachtet, sehr interessant. Gelehrt werden unter anderem Betriebswirtschaftslehre, Volkwirtschaftslehre und Recht. Und dann natürlich die bankspezifischen Module wie Geld- und Vermögensanlage oder Wertpapiere und Derivate.

N: Am interessantesten finde ich BWL und die rechtlichen Grundlagen, welche zum Beispiel bei Verträgen eine große Rolle spielen. Allgemein lerne ich in der Ausbildung die Grundlagen des Bankwesens, angefangen von „Allgemeine Geschäfts-Bedingungen“ bis „Zwischenkomissionsabrechnung“. Aber auch „normale“ Fächer, wie Deutsch, Englisch und Gemeinschaftskunde werden unterrichtet.

T: Für Finanzassistenten kommen statt den allgemeinbildenden Fächern noch die etwas spezielleren Fächer Allfinanz und Steuerlehre dazu. (Anm.d.Red: Allfinanz behandelt die Themen Immobilien, Versicherungen und Bausparen.)

Ehrliche Antwort bitte: Wie viel Freizeit geht bei Euch für's Lernen drauf?

T: Aktuell einiges, da ich mitten in meiner Bachelor-Arbeit stecke. Während des laufenden Studiums ist der Aufwand nicht allzu groß. Man sollte eben schauen, dass man die Vorlesungen gut vor- und nachbearbeitet, das erspart einem dann jede Menge Prüfungsstress. Durch den Block-Unterricht kann man sich auch jeweils sehr gut auf seine Arbeit in der Bank bzw. an der Hochschule konzentrieren.

N: Während der Phasen im Betrieb eher weniger, da ist nach Feierabend meist Freizeit. Während der Schulblöcke steht dafür am Nachmittag lernen auf dem Plan, von nichts kommt auch nichts. Aber alles in allem passt das.

Und was lernt Ihr im Betrieb? Könnt Ihr theoretisches Wissen in der Praxis gleich anwenden?

N: Die Theorie sitzt durch die Berufsschule. In der Bank lernt man dann, wie man diese einsetzt - ein bisschen „learning-by-doing“ ist immer dabei. Der Lerneffekt während der Praxisblöcke ist deshalb auch sehr hoch. Man bildet auch seine Soft-Skills weiter, nicht jeder Kunde ist gleich.

T: Manchmal werden Themen zuerst in der Vorlesung, manchmal zuerst in der Bank behandelt, da gibt es immer wieder Überschneidungspunkte. Aber ja, das theoretische Wissen nützt einem in der Praxis direkt was.

Wie sieht Euer Arbeitstag heute aus? Was steht noch auf dem Lehrplan?

T: Mittagspause und dann wird die Bachelor-Arbeit weitergeschrieben.

N: Ich arbeite momentan in der Hauptkasse, da gibt es noch einige organisatorische Dinge zu tun. Heute Nachmittag werde ich dann mit meinem Ausbilder direkt an der Kasse arbeiten.

Was gefällt euch im Job, bzw. was macht ihn interessant für Euch?

T: Die Beschäftigung mit aktuellem wirtschaftlichem Geschehen und den Zusammenhängen, die Entwicklungen der Wertpapiermärkte und den daraus resultierenden Handlungen aus Sicht für die Bank und den Kunden. Was ich daneben noch zu schätzen weiß, ist der gute Umgang und die Beziehung zu den Kunden. Als regionale Bank sind wir vor Ort, „man kennt sich eben“.

N: Es gibt jeden Tag etwas Neues zu lernen und neue Erfahrungen zu machen. Außerdem ist der Umgang miteinander sehr gut bei uns, da geht man generell sehr gerne arbeiten.

Gibt es auch etwas, worauf Ihr verzichten könntet?

T: Die Bachelor-Arbeit... ;-)

N: Soweit passt bei mir alles, ich bin zufrieden und die Ausbildung macht Spaß.

Abschlussfrage: Sind Banker spießig?

T+N: Sehen wir so aus? ;-)

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